Spekulationen über Zinssenkungen in den USA und einen möglichen militärischen Konflikt im Nahen Osten liessen den Goldpreis in neue Höhen schnellen. Doch der Gold-Boom dürfte bereits Ende Woche vorläufig beendet sein. 

red.

Die Gründe für die jüngste Explosion des Goldpreises sind extrem spekulativ. Die US-Notenbank FED verkündete Anfang Juni, sie wolle Zinssenkungen prüfen. Gold würde damit attraktiver, weil das Edelmetall grundsätzlich keine Zinsen abwirft und andere sichere Anlagen wie Staatsanleihen weniger Rendite versprächen. Zudem wird der Dollar durch die Zinssenkungen geschwächt, was Gold in anderen Währungen billiger macht, weil Gold in Dollar gehandelt wird. Am Freitag werden neue Zahlen aus den USA erwartet. Was, wenn die Zinsen im US-Geldmarkt bleiben wie sie sind?

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China und die wachsenden Spannungen im Persischen Golf lassen Anleger in den «sicheren Hafen» des Goldes fliehen. Was aber, wenn die USA und China im Zollstreit teilweise einigen? Anzeichen dafür gibt es seit Tagen. Am Wochenende findet in Japan der G20-Gipfel statt. Die Drähte zwischen den USA und China laufen im Vorfeld heiss. Ende der Woche wollen sich Trump und Xi dann in Osaka direkt austauschen.

Und mit dem Abblasen eines Vergeltungsschlages gegen den Iran demonstrierte Trump eindrücklich, dass es für die USA wichtigere Prioritäten auf dieser Erde gibt, als die paar machtsüchtigen Bartträger in Teheran. Dieser Verzicht auf einen Vergeltungsschlag war das stärkste Signal, welches ein US-Präsident in den letzten Jahren ausgesendet hat. Entsprechend beleidigt reagierte die Führung des Irans auf diese "Nichtbeachtung". Selbst eine begrenzte militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran dürfte weniger auf den Goldpreis einen Einfluss haben, als vielmehr auf den Ölpreis. 

Wenn sich gegen Ende Woche die Lage also entsprechend verändert, könnte der Goldpreis relativ rasch fallen. Entsprechend zeigen sich heute schon wachsende Verkäufe und Gewinnmitnahmen. 

 

Symbolbild von Thorben Wengert / pixelio.de

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