Zecken werden wissenschaftlich zu den Spinnentieren gezählt; es handelt sich also nicht um Insekten. Damit Zecken wachsen und sich vermehren können, brauchen sie Blut, das sie bei Mensch und Tier saugen. Mit ihrem Rüssel können sie unbemerkt in die Haut stechen und Blut abzapfen. Sie leben im Unterholz, aber auch im Gras und heften sich an vorbeigehenden Menschen oder Tieren an. Gefährlich sind sie nicht, weil sie Blut saugen, sondern weil sie beim Saugakt Krankheiten übertragen können.

Kantonsärztlicher Dienst SO

Die beiden wichtigsten Krankheiten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME; „Zeckenenzephalitis“) und die Borreliose. Daneben gibt es weitere, seltenere Krankheiten, die bei Zeckenstichen übertragen werden können (z.B. Tularämie, Rickettsiose, Babesiose).

Das Gesundheitsamt des Kantons Solothurn stellt im Internet neu Zeckenaktivitäts-Karten zur Verfügung. Die Karten weisen eine hohe Auflösung auf und sind anwenderfreundlich.

Frühsommer-Meningoenzephalitis - FSME

Die FSME ist eine durch Viren verursachte Erkrankung und kann deshalb nicht mit Antibiotika behandelt werden; hingegen existiert eine Impfung, die sicher und wirksam ist.

Borreliose

Die Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit und kann mit Antibiotika behandelt werden. Im Gegensatz zur FSME gibt es aber keine Impfung, die vor Borreliose schützt.

Wie kann man sich vor einem Zeckenstich schützen?

Zeckenstiche können gesundheitsgefährdend sein. Doch es gibt einfache Schutzmassnahmen. 

Je nach Witterung beginnt die Zecken-Saison bereits im März und endet im November. Die kleinen Spinnentierchen halten sich bevorzugt in Wäldern, an Waldrändern, in Hecken und im hohen Gras-/Busch-Land auf. Zeckenstichen kann man jedoch vorbeugen. Die wichtigsten Empfehlungen:

  • Lange und gut schliessende Kleidung und Schuhwerk tragen
  • Zeckenschutzmittel verwenden
  • Nach Waldgängen Körper nach Zecken absuchen
  • Zecken so schnell wie möglich entfernen
  • Bei bestehendem Expositionsrisiko Impfung zur Vorbeugung von FSME

Was tun bei einem Zeckenstich?

Die Zecke mit einer Pinzette möglichst komplett entfernen und die Einstichstelle desinfizieren. Kein Öl,  Äther u.ä. verwenden, ein Entfernen unter Drehung macht keinen Sinn. Merken Sie sich die Einstichstelle und das Datum des Stichs und beobachten sie die Hautstelle während ca. 2 Wochen. Sollte es zu einer deutlich spürbaren Entzündung der Einstichstelle selber kommen oder zu einer sich flächen- bis ringartig ausdehnenden Hautrötung, kontaktieren Sie Ihre Hausärztin oder Hausarzt. Die Hautrötung kann, muss aber nicht in unmittelbarer Nähe zur festgestellten Einstichstelle sein! Kommt es im Abstand von einigen Tagen (bis ca.  zwei Wochen) nach einem Zeckenbefall zu einer grippeartigen Erkrankung (Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen), so ist ebenfalls ein Arztbesuch angezeigt.

Eine vorbeugende Behandlung nach einem Zeckenstich, ohne dass Symptome bestehen, wird aber nicht empfohlen!

Zecken-App

Zur Vorbeugung von Zeckenstichen und zu ihrer richtigen Behandlung haben Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil mit Unterstützung des BAG, eine Präventions-App "Zecke" entwickelt. Sie finden diese >> hier

 

Symbolbild von luise / pixelio.de

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