Die Menschen in der Schweiz besitzen ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Sie trennen ihren Müll und geben sich Mühe, Produkte aus Kunststoff zu vermeiden. Und auch hinsichtlich des Energieverbrauchs steigt das Bewusstsein für ein ressourcenschonendes Handeln. Viele schreckliche Dinge passieren aber ausserhalb der Grenzen Europas – und wir Schweizer können dazu beitragen, die Welt ein gutes Stück zu verbessern.

Martina Gloor

Die Norweger machen es vor. Norwegen unternahm den ersten Schritt gegen Abholzung. Das skandinavische Land verabschiedete am 26.05.2018 das so genannte Entwaldungsgesetz und verbietet somit die Einfuhr von Materialien, die mit der Rodung des Regenwalds in Zusammenhang stehen. Der Regenwald ist ein sensibles Ökosystem. Die Holz-, Möbel- und Papierindustrie rodet riesige Flächen, aber auch zwecks Fleischgewinnung, Soja-, Zuckerrohr- und Palmölanbau verschwinden die tropischen Wälder. Der Bau von Staudämmen sowie von Kupfer- und Goldminen tut ein Übriges. Man nimmt an, dass pro Minute ein Wald in der Grösse von etwa 40 Fussballfeldern verschwindet – unwiederbringlich, denn bis die Urwaldriesen ihre jetzige Grösse erreichen, vergehen Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte. Die Regenwälder befinden sich zwar in weiter Ferne, dennoch beeinflussen sie das Klima auf der ganzen Welt. Sie gelten als grüne Lunge der Erde.

Bewusster Konsum für den Erhalt des Regenwalds

In vielen tropischen Ländern, beispielsweise in Südamerika, Afrika und Asien verdienen die Menschen weniger Geld. Ausserdem ist es nicht üblich, Bäume zum späteren Abholzen zu pflanzen, sondern es wird das gerodet, was im Wald steht, ungeachtet der Tatsache, welche Tiere darin leben und wie lange es dauern würde, die Fläche wieder aufzuforsten. Fussböden, Terrassendielen, Fensterrahmen, Türen und Möbel bestehen sehr häufig aus Tropenholz. Das Holz ist hart und langlebig – und verhältnismässig billig.

Darüber hinaus zählen Palisander, Teak und Mahagoni zu den begehrten Edelhölzern, die bei der Herstellung luxuriöser Inneneinrichtungen Verwendung finden. Die Bäume, die hierfür gefällt werden, sind oft sehr alt. In und auf den Urwaldriesen leben die verschiedensten Tiere, und auch Pflanzen wachsen auf den Bäumen. Es gibt immer mehr Tierarten, die für immer von unserem Planeten verschwinden.

Ein Grossteil des Holzes stammt aus Brasilien, Zentral-Afrika und Indonesien. Auf Borneo verschwand im Lauf der letzten 50 Jahre nahezu die Hälfte des Regenwalds. Deshalb ist es an der Zeit, den Regenwald zu retten und das persönliche Kaufverhalten dementsprechend anzupassen. Das fängt beim Toilettenpapier an und hört beim Hamburger auf. Es ist zum Beispiel sinnvoll, Recycling-Toilettenpapier zu verwenden. Um die Ressourcen zu schonen, lohnt es sich, Leitungswasser zu trinken. In vielen Fertigprodukten ist Palmöl enthalten. Nach Möglichkeit sollte man diese deshalb meiden. Viele Flächen fallen dem Sojaanbau zum Opfer. Wer Bio-Fleisch von Tieren isst, die mit heimischem Futter gemästet wurden, schont somit den Regenwald. Doch Vorsicht! Bio-Sprit ist wiederum ungünstig. Dieser besteht häufig aus Bestandteilen, die mit Palmöl und Zuckerrohr angereichert sind. Besser wäre es, das Autofahren generell zu reduzieren.

 

Symbolbild von s.media / pixelio.de