Die Stadtverwaltung Grenchen zeigt auf, wie sie die vom Gemeinderat erarbeitete Standortförderungsstrategie „Kompass“ mit 15 definierten Massnahmen operativ umsetzen will. Der Gemeinderat entscheidet an seiner Sitzung vom 17. September 2019 über die Umsetzung.

Stadt Grenchen

Der Gemeinderat hat einen Kompass als Standortförderungsstrategie für die laufende Legislatur mit externer Unterstützung von Thomas Gfeller und unter Einbezug verschiedener Bevölkerungsgruppen erarbeitet. Der Kompass wurde am 30. Oktober 2018 vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet und will mit 15 Massnahmen den Wohn- und Wirtschaftsstandort Grenchen stärken.

In der Zwischenzeit hat die Stadtverwaltung die operative Umsetzung des Kompasses für die Legislatur 2018-2021 erarbeitet.

Wohn- und Lebensqualität stärken

Die Stadt will am Standort Munters und Bettlachstrasse ein „attraktives Wohnangebot an guten Lagen“ schaffen, ihre Aktivitäten für ein „belebtes Zentrum für Bevölkerung und Gewerbe“ weiterführen sowie mit den Mobilitätsprogrammen aus dem laufenden Agglomerationsprogramm und der Ortsplanungsrevision ein „ergänzendes Miteinander der Verkehrsträger“ ermöglichen. Das „Bildungs- und Tagesbetreuungsangebot“ soll durch den Ausbau der Tagesstrukturen, der Betreuungsangebote sowie die zweisprachige Klasse gestärkt werden. Bei der Freizeitinfrastruktur will die Stadt Schwerpunkte setzen und diese stärker vermarkten.

Stärken als Wirtschaftsstandort ausspielen

Die Wirtschaftsförderung unterstützt weiterhin mit Dienstleistungen die Unternehmen in Grenchen in ihrer Entwicklung, damit diese wachsen und sich erneuern können, um langfristig Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Steuereinahmen zu erhalten und zu schaffen. Voraussetzung für erfolgreiche Ansiedlungen und Entwicklungen ist eine wirksame Bodenpolitik, daher wird die „Sicherung und Bereitstellung strategischer Landreserven“ fortgesetzt.

Nachhaltige finanzpolitische Strategie

Um die Wohnattraktivität der Stadt weiter zu verbessern, will der Gemeinderat den Steuerfuss für natürliche Personen in den kommenden sechs Jahren auf den kantonalen Durchschnitt (aktuell: 118%) senken. Diese Steuerausfälle und die mit den Massnahmen verbundenen Investitionen im Umfang von 10 Millionen Franken im Zeitraum von 10 Jahren will der Gemeinderat durch Bevölkerungswachstum und Sparmassnahmen refinanzieren. Bei der Wirtschaftsförderung soll die einzelbetriebliche Förderung auf Startups fokussiert und damit reduziert werden. Mit der Einführung von Betreuungsgutschriften und der Verselbständigung von Kindertagesstätten will die Stadt eine effizientere Kinderbetreuung ermöglichen. Bei der Verwaltung und den Schulen werden Effizienzpotenziale, idealerweise an einem konzentrierten Standort, ausgeschöpft. Mit der Umsetzung des Behindertengleichstellunggesetzes und dem damit verbundenen Ausbau der Bushaltestellen wird die Notwendigkeit einzelner Haltestellen überprüt („Konzentration ÖV-Angebot“).

Übergreifende Begleitmassnahmen

Begleitet werden die Aktivitäten im Bereich Wohnstandort, Wirtschaftsstandort und Finanzpolitik durch drei übergreifende Massnahmen: Die Task Force „Soziales“ wird ab 2020 wiederbelebt und die Positionierung der Stadt wird auf den Schwerpunkt „Leben und Wohnen“ ausgerichtet. Im Lauf der Legislatur evaluiert die Stadt zudem ein Leuchtturmprojekt, mit dem die positive Standortentwicklung symbolisch und innovativ inszeniert und ein weiterer Anziehungspunkt geschaffen wird. Im Lauf der Projektarbeiten wird die Verwaltung die Umsetzungskosten den zuständigen Organen zur Genehmigung vorlegen. Die Wirkung der Strategie beziehungsweise das Controlling unterbreitet die Stadt jeweils im Mai dem Gemeinderat. Der bisherige Businessplan wird mit dem Kompass abgelöst.

 

Grafik aus "Kompass" (zVg.)

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